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Metallbau Fachrichtung Metallgestaltung

Fachausrichtung: Während der 3jährigen Ausbildung in der Berufsfachschule der MHK wird man zum Metallbauer/ zur Metallbauerin der Fachrichtung Metallgestaltung ausgebildet. Dies bedeutet, dass neben dem Erlernen von konstruktiven Schlosserarbeiten das individuelle und auch künstlerische Gestalten von Werkstücken, die durch Schmieden hergestellt werden, eine zentrale Stellung einnimmt.

Schmieden: Beim Schmieden werden metallische Halbzeuge in einem Schmiedefeuer („Esse“) so weit erhitzt, dass sie weitaus leichter formbar sind als bei Raumtemperatur – zumal in diesem Glühzustand eine verminderte Gefahr besteht, dass dem Werkstück durch die Hammerschläge des Schmieds Risse beigefügt werden. Die Bearbeitung der Werkstücke wird meist mit individuellen Schmiedehämmern am Amboss durchgeführt, kann aber auch mit speziellen Formen („Gesenken“) vorgenommen werden.

Geschmiedete Werkstücke zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine höhere Festigkeit haben als Werkstücke, die durch spanabhebende Techniken hergestellt wurden. Damit die geschmiedeten Werkstücke jedoch den Vorgaben von Kunden, von technischen Anforderungen oder gesetzlichen Rahmenbedingungen entsprechen, muss der Schmied über die zu verarbeitenden Werkstoffe, deren Umformverhalten sowie deren Verarbeitungsgrenzen genau bescheid wissen.

Berufsausbildung: Die Ausbildung zum Metallbauer/zur Metallbauerin der Fachrichtung Metallgestaltung wird vollständig an der MHK durchgeführt und ist in 13 Teilbereiche („Lernfelder“) gegliedert.. Die Berufsausbildung geschieht in drei Ausbildungsjahren. Der Erfolg der Ausbildung wird durch eine sog. gestreckte Abschlussprüfung dokumentiert. Das bedeutet, dass die Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr bereits in einer Teilprüfung das bis zu dem betreffenden Zeitpunkt Erlernte unter Beweis stellen müssen. Das Ergebnis dieser „Abschlussprüfung Teil 1“ bestimmt zu 30% die Abschlussnote der dreijährigen Berufsausbildung. Der verbleibende Anteil der Abschlussnote wird mit der „Abschlussprüfung Teil 2“ am Ende des dritten Ausbildungsjahres festgelegt. Diese Prüfungsstruktur ist, bei der die Auszubildenden zweifach unter Beweis stellen können, was sie gelernt haben, macht das Feststellen der abschließenden Noten einfach gerechter, als wenn erst nach drei Jahren eine erste und einzige Prüfung zu absolvieren wäre. Zumal der Umstand, dass sowohl die fachpraktische Ausbildung der Auszubildenden in der Metallbauwerkstatt als auch der Besuch des fachtheoretischen Unterrichts im selben Haus durchgeführt wird, kurze Wege und unmittelbare Absprachen und Zielvereinbarungen der Ausbilder untereinander sich positiv auf den Erfolg der Ausbildung der einzelnen Schüler auswirkten.

Ausbildungsinhalte: Während des ersten Ausbildungsjahres wird den Auszubildenden das Planen und Zerspanen von metallischen Werkstücken mit handgeführten Werkzeugen (Handbügelsäge, Feilen) vermittelt. Aber ebenso ist das Arbeiten mit Werkzeugmaschinen (Fräse, Drehbank) Gegenstand des Theorieunterrichts und der handwerklichen Unterweisungen. Auch das Zusammenbauen („Fügen“) metallischer Werkstücke durch Schraub- und Schweißtechniken wird wie das Warten von Maschinen und Anlagen im ersten Ausbildungsjahr gelehrt und durchgeführt.

Im zweiten Ausbildungsjahr steht in der Ausbildungswerkstatt neben dem Verarbeiten von Blechen und Stahlprofilen die Schmiedetechnik im Mittelpunkt – was auch einen beträchtlichen Stellenwert im unterrichtlichen Geschehen des fachtheoretischen Unterrichts einnimmt. Während des beschriebenen zweiten Ausbildungsjahrs wird auch die Abschlussprüfung Teil 1 durchgeführt, auf welche in einem ausreichenden Zeitraum in Klassensaal und Werkstatt vorbereitet wird.

Das dritte Jahr der Berufsausbildung beschäftigt sich auch mit Systemen des konventionellen Metallbaus der Fachrichtung Konstruktionstechnik. Es werden also neben dem Inhalt der Planung, Konstruktion und Einbaus von schmiedeeisernen Toren auch die Herstellung und Montage von Türen und Fenstern sowie die Herstellung von Treppen diskutiert werden. Dies auch vor dem Hintergrund, dass viele Auszubildenden nach dem Ablegen der Abschlussprüfung nicht im schmiedetechnischen Bereich sondern im konstruktiven Metallbau eine Beschäftigung finden. Dennoch wird im dritten Ausbildungsjahr auch der Schwerpunkt der Stilkunde von einer Fachkraft unterrichtet werden, was der Notwendigkeit geschuldet ist, dass ein Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung auch das stilgerechte Restaurieren von metallischen Gegenständen historischer Gebäude einordnen und angemessen durchführen können muss. 

Die Abschlussprüfung Teil 2, die sich wiederum aus einem planerischen und einem praktischen Prüfungsabschnitt zusammensetzt, wird nach einer Phase der entsprechenden Vorbereitung am Ende des dritten Ausbildungsjahres vorgenommen. Das daraufhin ausgestellte Zeugnis über das Bestehen der Abschlussprüfung ist dem von der Handwerkskammer ausgestellten Gesellenbrief bzw. dem von der Industrie- und Handelskammer ausgestellten Facharbeiterbrief gleich gestellt.



Rahmenlehrplan_Metallbauer.pdf

Rahmenlehrplan

BF_Metallbauer.pdf

Merkblatt MB-Metallgestaltung