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Sandstein überall und schwere Maschinen noch dazu- Steinmetze im Glück!

 

Die Steinmetzabteilung besucht einen hochmodernen Steinbruch

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel und der lange, nasskalte Winter ist endlich vorbei. Der Bus steht bereit und die Stimmung ist gut. Alle die gesamte Steinmetzabteilung, die drei BFs, die Meisterklasse, die Lehrer, besteigt den Bus und los geht es. Wir fahren über Land, durch die Busfenster wechselt langsam die Landschaft. Sanfte Hügel, Wiesen, kleine Wälder und Fachwerkdörfer, wir sind im Elsaß.

Das Ziel ist der Steinbruch Loegel in Rothbach. Wir biegen ab und fahren mit den Bus einen steilen Waldweg hinauf. Es geht scharf nach links und vor uns erscheint eine riesige rote Felswand. Nach dem Aussteigen liegen Helme und Warnwesten für uns bereit, es scheint hier nicht ungefährlich zu sein…

Die Geschäfstführerin Francine Loegel begrüßt uns herzlich und wir erhalten eine kurze Einführung in die Geschichte des Sandsteins und in die des Steinbruchs. 260 Millionen Jahre alt ist der Stein. Damals war hier eine riesige Sandwüste auf dem Urkontinent Pangaea. Stein gebrochen wurde hier vielleicht schon im Mittelalter. Der Steinbruch aber wurde in den 1920er Jahren geschlossen. Die Arbeiter starben damals früh am Staub und am Alkohol, der die Schmerzen der harten Arbeit und die Lungenschäden durch den Staub erträglich machte. In den 1960er Jahren wurde der Steinbruch wieder eröffnet. Für die damalige Zeit sehr fortschrittlich wurden die Blöcke per Wasserstrahltechnik aus dem Fels geschnitten. Trotzdem mussten immer noch 30 m Fels über den guten Schichten weggesprengt und abtransportiert werden. Mühsam, teuer und die Ausschussquote war ernorm: fast 70 % des Steins gingen zu Bruch. Seit einiger Zeit bauen Sie den Stein mit Sägen ab. Der Ausschuss ist fast Null und man kann große Höhlen direkt in den Berg hinein schneiden. Die 30 m Fels oben drüber bleiben einfach stehen. Wir bewegen uns nun zu diesen großen Sägen.

Die Sägen sehen aus wie gewaltige Kettensägen auf Rädern und schneiden hochkant und quer in den Berg hinein. 24 Tonnen wiegt ein Block. Die riesigen Maschinen kosten pro Stück mehrere Hunderttausend Euro, aber es lohnt sich. Wegen des geringeren Ausschusses haben sie die mögliche Ausbeute vervierfacht. Es entsteht auch fast kein Abraum mehr und die Landschaft wird nicht mehr zerstört.

Jetzt geht es in die Höhlen.Sieben mal sieben Meter hat jeder Eingang. Die Pfeiler zur Abstützung des Berges haben die Maße von sechs mal sechs Metern. Die Gänge im Berg sind zum Teil 150 m lang und durch Quergänge miteinander verbunden. Gigantisch. Auch die Maschinen, die hier parken haben solche Ausmaße. In einem Gang steht ein Gabelstapler, der fast bis an die Decke reicht. Wir gehen zu einem anderen Ausgang wieder hinaus und finden uns neben einem Bagger auf Ketten wieder. Solch ein Gerät kennt jeder von den Baustellen im Neubaugebiet. Dieser hier ist aber dreimal höher, breiter, länger. In die Schaufel könnte man einen Kleinwagen hinein stellen.

Durch eine Mondlandschaft aus Sandbergen, Felswänden, gigantischen Maschinen und wie Bauklötze aufgestapelten garagengroßen Steinblöcken bewegen wir uns auf die Fertigungshallen zu. Im Bruch wird das gewonnene Material auch verarbeitet und an Steinmetzbetriebe in Frankreich und Deutschland geliefert.  Der Stein ist gut. Gleichmäßige Struktur, druckfest, witterungsbeständig. Sie fertigen fast alles daraus: Platten, Mauern, Bauteile, Brunnen, Bodenbeläge, Treppen… Daher finden wir in verschiedenen Hallen von der kleinen Handmaschine bis hin zur computergesteuerten Säge mit einem drei Meter hohen Sägeblatt einfach alles, was man an Maschinen benötigt. Auch Handarbeit spielt noch ein Rolle, mit dem Fäustel und dem Eisen bossiert ein Arbeiter Mauersteine.

Durch das Auslieferungslager voller beladener Paletten bewegen wir uns zurück zum Ausgangspunkt unserer Besichtigung, dem Büro mit dem Besucherparkplatz nebenan. Ein Gruppenfoto vor der Steilwand, den roten Sand von den Schuhen geklopft und wir besteigen den Bus zurück nach Kaiserslautern. Die Rückfahrt ist ausgelassen und es wird viel über das Erlebte gesprochen.

Bilder vom Besuch des Steinbruchs